31.05.2022
Ein Text von Jana Neugebauer

10 Tipps für Social Media Marketing im HoReCa-Bereich

Soziale Plattformen bieten Hoteliers und Gastronomen riesige Potentiale für kostengünstiges und reichweitenstarkes Marketing. Wir geben praktische Tipps für deinen Unternehmens-Auftritt auf Facebook, Instagram, TikTok & Co. 

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Kein Unternehmen kommt in der heutigen Zeit ohne Social Media aus! Auch für ambitionierte Gastronomen sind Facebook, Instagram, TikTok & Co. ein strategisch wichtiger Baustein für die Entwicklung und den Bestand des Unternehmens - vor allem im Hinblick auf den stetig steigenden Konkurrenzdruck. Die Tourismus-Branche ist besonders hart umkämpft und es wird immer schwieriger, seinen Betrieb ganz vorne am Markt zu positionieren. Zugleich steigen die Erwartungen und Ansprüche der Gäste stetig an.

Eine kurze Social Media Definition

Unter Social Media versteht man Apps und Webseiten, die es den Nutzern ermöglicht, sich online zu vernetzen und auszutauschen sowie Content zu relevanten Themen zu erstellen und zu teilen. Längst haben diese Webportale weltweit nicht nur die Kommunikation innerhalb der Gesellschaft verändert, sondern auch das Konsumverhalten beeinflusst.

Die Sommersaison hat gestartet!

Und jetzt sind die Gastronomen gefragt! 84 Prozent der Österreicher haben bereits ihren Urlaub 2022 geplant, in Deutschland sind es erst verhaltene 61 Prozent. Nach der Durststrecke der letzten beiden Jahre ist die Sehnsucht nach Genuss und Kulinarik besonders groß - da gilt es, sich mit wohldurchdachten Social Media Strategien gegen die Konkurrenz durchzusetzen.

Warum Social Media Marketing?

Die zahlreichen sozialen Netzwerke ermöglichen der Tourismus Branche nicht nur kostengünstige Werbung, sondern bieten auch einfache Methoden für die Kundenbindung und Betreuung von Interessenten. Es existieren hierfür einige wirklich erfolgreiche Social Media Strategien, die bei konsequenter Anwendung große und nachhaltige Resultate versprechen.

Aber Achtung: Für erfolgreiche Social Media Kampagnen, die komplex sind und in die viel Geld fließt, ist die Unterstützung einer Social Media Agentur empfehlenswert. Einige Maßnahmen kann man aber auch als Social-Media-Anfänger einfach umsetzen:

Tipp 1: sorgfältige Betreuung der Profile

Entscheidend für die vielen Vorteile einer positiven, nachhaltigen und weitreichenden Präsenz in den sozialen Medien ist eine effektive Nutzung dieser Online-Dienste. Dazu gehört in erster Linie eine liebevolle Pflege und regelmäßige Befüllung des Unternehmensprofils. Wer nur einmal pro Monat einen uninspirierten Inhalt postet, darf sich nicht wundern, wenn die Zugriffsrate immer weiter sinkt. Zugleich ist es wichtig, die Auffindbarkeit zu erhöhen und damit zur "ersten Adresse" für die Zielgruppe zu werden - was mit einer Suchmaschinenoptimierung unter Verwendung bestimmter Keywords zu erreichen ist. Der Keyword-Generator von Answer the Public ist für den Anfang eine gute Hilfe. 

Tipp 2: Einstellen von interessantem Content

Frage dich beim Erstellen von Social Media Inhalten immer: Würde meine Mitarbeiter oder Kollegen dieser Inhalt interessieren? Würde ich darauf klicken, um mehr zu erfahren? Lautet die Antwort ja, machst du es richtig. Der Inhalt sollte sich an der Zielgruppe orientieren, die aktuellen Entwicklungen beinhalten und sich in der Themenwahl den äußeren Gegebenheiten anpassen. Beim Social Media Marketing für ein Restaurant bieten sich beispielsweise regionale und saisonale Rezepte, Foodtrends oder die besten Ernährungstipps an. Für Unterkünfte aktuelle kulturelle Veranstaltungen in der Nähe, Feiertage oder Naturschauspiele wie Blütezeiten. Auf Instagram können die richtigen Hashtags bei einer höheren Reichweite unterstützen. Nutze dafür einen kostenlosen Hashtag-Generator wie den von TagsFinder oder von Sistrex. Bist du mit deinem Betrieb auf TikTok aktiv, ist es unabdingbar, dass du die aktuellen Trends der Plattform beobachtest und besonders kreativ vorgehst. Dazu mehr in Tipp 10. 

Tipp 3: Individualität schaffen und Markenbezug herstellen

Für ein gelungenes Social Media Marketing im Tourismus ist es wichtig, Individualität mit Wiedererkennungswert zu schaffen und sich damit von der Konkurrenz abzuheben. Das gelingt beispielsweise mit einem charakteristischen Wording, coolen Logo oder signifikanten Spruch. Mit einem ansprechenden Erscheinungsbild stellt man zugleich einen bleibenden Markenbezug her, der für hohe Interaktionsraten sorgen wird.

Tipp 4: Vernetzung und Kooperationen

Social Media wäre nicht "sozial", würde man nicht auch gegenseitig von den Internet-Auftritten profitieren und Win-win-Situationen schaffen. Es ist also von großem Vorteil, wenn das Profil und die Postings des eigenen Unternehmens mit denen anderer Vertreter in der Gastronomie interagieren - natürlich nur mit solchen, die keine direkte Konkurrenz darstellen, sondern das eigene Angebot erweitern. Zum einen bietet man den Stammkunden einen Mehrwert, zum anderen gewinnt man dadurch neue Interessenten. In diesem Sinne kann es auch hilfreich sein, gemeinsam mit einem anderen Unternehmen eine Aktion zu starten und diese auf den sozialen Profilen beider Betriebe zu kommunizieren. Als Barbetreiber bietet es sich zum Beispiel an, mit Museen, Escape Rooms oder Hotels ohne Bar in der Umgebung zu kooperieren. Gemeinsame Gäste erhalten Rabatt beim jeweils anderen. Escape Room-Fans können also nach bestandener Challenge auf ein vergünstigtes Getränk in deiner Bar einkehren, um den Tag ausklingen zu lassen. Und du verteilst in deinen Betrieb Rabatt-Gutscheine für den Escape Room nebenan. Auf Social Media profitieren beide Unternehmen von der gemeinsamen Reichweite.

Tipp 5: Werbung, Aktionen und Sonderangebote

Es geht nicht darum, eine Social Media Kampagne nach der anderen zu starten, sondern Werbung gezielt und wohldosiert zu schalten. Dabei gilt es, die Balance zu finden zwischen die User überfordern und bei der Stange halten. Besser kunden- bzw. gästefreundliche Aktionen und Sonderangebote sparsam anbieten, die Ankündigung dafür aber interessant und vor allem auffällig gestalten. Die sozialen Medien bieten dafür jede Menge Tools, so kann man etwa statt eines Fotos beispielsweise hin und wieder auch ein witziges Video einstellen und Aufmerksamkeit lukrieren. Besonders wichtig bei Social Media Kampagnen ist die Zielgruppendefinition. Hier hat man auf Facebook & Co. sehr viele geografische und demografische Möglichkeiten. Je besser du deine (potentiellen) Gäste kennst, desto erfolgsversprechender deine Marketingmaßnahmen. Setze dir auch vor jeder Kampagne realistische Ziele und kontrolliere deren Erreichung regelmäßig. Eine erfahrene Social Media Agentur kann hier eine wichtige Unterstützung sein.

Tipp 6: Kommunikation mit den Usern

Wer auf einer digitalen Plattform eine Frage stellt oder ein Posting verfasst, wünscht sich auch eine Reaktion. Diese sollte selbstverständlich immer positiv ausfallen, auch wenn das Unternehmen oder eines ihrer Leistung kritisiert wird. Durch eine freundliche Antwort lässt sich so mancher verärgerter Kommentator versöhnlich stimmen. Wer feinfühlig und individuell auf Gäste und Interessierte eingeht, vermittelt Zuverlässigkeit und Engagement. Dasselbe gilt für die Annehmlichkeiten bei der Kontaktaufnahme, die man bietet - sei es für Nachrichten oder Reservierungen.

Tipp 7: Glaubwürdigkeit durch Authentizität

Wer eine solide Gästebindung herstellen möchte, der muss nahbar und greifbar sein. Besonders beim Social Media Marketing für ein Hotel, in dem die Menschen üblicherweise länger verweilen, bietet sich diese Strategie an. Aber in jeder Branche im Bereich Tourismus trägt die Glaubwürdigkeit durch Authentizität sowohl zur Stabilisierung bestehender Kontakte wie auch zur Neukundengewinnung bei - etwa durch das Posten eines Fotos der Mitarbeiter beim Betriebsausflug.

Tipp 8: Zielgruppenansprache mit Influencer-Marketing

Der heißeste digitale Trend in der kommenden Sommersaison ist die Zusammenarbeit mit Influencern. Denn die schaffen es mit ihrem hohen Bekanntheitsgrad, Nischen- und Randgruppen zu erreichen, an die ein Unternehmen alleine nicht andocken kann. Dabei können auch schon sogenannte Mikro-Blogger, also Personen mit nur wenigen tausend Followern, günstige Werbebotschafter für den eigenen Betrieb sein. Wenn du freie Kapazitäten hast, lade sie in dein Hotel oder dein Restaurant ein und bitte sie darum, ihren Besuch als Gegenleistung auf den Social Media Kanälen zu dokumentieren. 

Tipp 9: User Generated Content

Instagram-Nutzer lassen sich immer öfter von Fotos und Videos auf der Plattform inspirieren und wählen anhand dieser ihre Reiseziele aus. Dafür hat sich sogar ein eigener Begriff entwickelt: Instagram-Tourismus. Und der kann für Gastronomen und Hoteliers große Vorteile bringen. Aktive Instagram-Nutzer halten die fotogensten Hotspots ihrer Reisen und Urlaube für die digitale Welt fest und markieren auf den Fotos den besuchten Ort, das Restaurant oder Hotel. Dadurch produzieren sie sogenannten „User Generated Content“, also Inhalte, die vom Nutzer bzw. Gast selbst kommen. Dieser Content wirkt meist authentisch und glaubwürdig, da er nicht vom Betrieb initiiert wurde. Und das bedeutet für glückliche Gastgeber oftmals kostenlose Werbung mit viel Reichweite und Authentizität. So ein Posting kann beim passiven Instagram-Nutzer wiederum das Bedürfnis wecken, diesen Spots auch einen Besuch abzustatten. Wenn du als Betrieb auf diese Art des Marketings setzen möchtest, solltest du besondere Räumlichkeiten, Settings und Angebote schaffen, die ausgesprochen fotogen sind. Im Hotel sind das beispielsweise Hot Spots auf Balkonen, stylisch gestaltete Zimmer oder Wellnessbereiche mit Blick in die Natur. Im Restaurant können der Gastraum optisch eindrucksvoll eingerichtet und das Essen besonders schön angerichtet werden. Mehr Tipps erhältst du in unserem Artikel “Instagrammability: Den Instagram-Hype für den eigenen Betrieb nutzen”.

Tipp: 10: TikTok ist die neue Taktik

Warum TikTok gerade im Tourismus-Marketing Sinn macht? Einfach ausgedrückt bietet die Plattform derzeit eine riesige Chance für Zuschauerwachstum und Reichweite, gerade in der jungen Zielgruppe. Und das oft mit sehr geringen Werbeinvestitionen. Im Gegensatz zu anderen Social Media Plattformen können selbst Accounts mit null Followern Millionen von Aufrufen für ein neues Video erhalten. Ein Paradebeispiel für einen erfolgreichen TikTok-Auftritt eines Hotels im DACH-Raum ist das Hotel Hubertus im Pustertal mit rund 47.000 Followern. Das meistgeklickte Video wurde ganze 2,3 Millionen Mal angesehen!

Um eine funktionierende Strategie für TikTok zu entwickeln, muss man diese Plattform erstmal verstehen. TikTok lebt von kurzfristigen Trends und Challenges und hat einen ganz eigenen Humor, fast schon eine eigene Sprache. Für Hotels funktionieren Videos, die Geheimtipps aus der Umgebung teilen und Reisetipps geben, aber auch humorvolle Videos aus dem Hotelalltag und kleine Roomtours. Restaurants können ihr Interieur zeigen, Texturen von Lebensmitteln (knusprige oder cremige Texturen sind dabei besonders beliebt) oder die Zubereitung von Speisen sowie das mise-en-place. Es könnte sich anbieten, in eine junge, kreative und engagierte Person zu investieren, die die Betreuung des TikTok Kanals übernimmt.