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16.12.2022

Lieferservice-Trends 2022: Das bestellte Österreich

Der Online-Marktplatz Lieferando liefert nicht nur Essen, sondern erstmals auch Zahlen für das Ess- & Bestellverhalten der Österreicher. 

© Lieferando

Lieferando (eine Online-Plattform, auf der User Essen bestellen können) hat dieses Jahr erstmals das Ess- und Bestellverhalten der Österreicher untersucht und die Ergebnisse nun im ersten repräsentativen Lieferando Report 2022 veröffentlicht. Eine anonyme Auswertung von 1,4 Millionen Verbraucherbestellungen des Marktführers mit 4.200 angeschlossenen Restaurants in mehr als 400 Standorten zeigt erstmals, welche Küchen bei den Österreichern am beliebtesten sind und wie sich das Bestellverhalten regional unterscheidet.

Italienische Küche am beliebtesten

Pizzen sind die absolute Nummer eins in Österreich: 5 der Top 10 Takeaway-Gerichte sind Pizza. Den 1. Platz belegt die Salami-Pizza, den 2. Pizza Margherita. Während in Deutschland der Cheeseburger an erster und Pommes an zweiter Stelle stehen, erreichten diese in Österreich nur den 3. und 4. Platz. Auch bei den Desserts siegt Italien. Das Tiramisu gewinnt den 1. Platz, danach folgt der Schokokuchen mit Schlag als österreichischer Klassiker.  

Der Siegeszug Italiens zeigt sich auch in den beliebtesten Küchenrichtungen der Österreicher:

1.      Italien
2.     Amerikanisch
3.     Asiatisch
4.     Japanisch
5.     Türkisch

Trendküchen des Jahres

Eine Überraschung liefert ein Blick auf Trends des Jahres. Die holländische Küche verzeichnete mit Gerichten wie Kapsalon (die Erfindung eines Friseurs aus Rotterdam: Eine Schicht Pommes mit Döner-Fleisch belegt und mit Käse überbacken, garniert mit Eisbergsalat und Knoblauchdressing) oder Kaassoufflé die größten Zuwächse – wenn auch auf niedrigem Niveau. Einer stark wachsenden Beliebtheit erfreuen sich außerdem die Spezialitäten aus Nahost und der Türkei (Platz 2 und 3 in der Trendwertung).

Nachteulen in Wien und Wochenend-Besteller in Innsbruck

In den Bundesländern Österreichs lassen sich einige regionale Unterschiede im Bestellverhalten erkennen. In Graz legt die mexikanische Küche am meisten zu. In Wien und Innsbruck wird indisches Essen immer beliebter. Und in Linz und Salzburg ist die vietnamesische Küche der Durchstarter.

Auch bei den Bestellzeiten gibt es Abweichungen. Die Wiener sind die größten Nachtschwärmer, denn in der Hauptstadt sind die Bestellungen zwischen 0 und 6 Uhr am höchsten. In Salzburg am niedrigsten. Während Wiener meist spontan bestellen sind die Salzburger die Meister im Vorausplanen. Die anteilig meisten Wochenendbestellungen werden in Innsbruck getätigt und dort – im Vergleich zu den anderen Bundesländern – auch am häufigsten selbst abgeholt. In Wien ist der Anteil an Selbstabholern am geringsten. 

Preisbewusster Genuss steigt

Die steigenden Lebenserhaltungskosten machen sich auch im Bestellverhalten der Österreicher bemerkbar. Zukünftig werden Verbraucher ihre Kaufentscheidungen stärker abwägen und nach Kompromissen Ausschau halten. Mahlzeiten, die sich besser einteilen lassen oder länger satt machen, werden bevorzugt. Gerichte, die länger haltbar bleiben, sodass man sie auch später noch essen kann sowie Gerichte, die sich leicht und unkompliziert aufwärmen lassen oder bei denen man die Beilagen selbst zubereitet, ermöglichen perspektivisch den preisbewussten Genuss. Schon jetzt geben mehr als drei Viertel (78 Prozent) der Österreicher an, sich immer, oft oder zumindest gelegentlich einen Teil ihres Liefergerichts für den nächsten Tag aufzuheben. Bei 72 Prozent haben sich die Bestellgewohnheiten durch die Inflation geändert: 42 Prozent schauen stärker auf die Preise und 12 Prozent bestellen nur bei Sonderangeboten. Bei Lieferando sind 10 der 20 Gerichte mit den am schnellsten wachsenden Bestellungen Sparmenüs.

Männer und ältere Menschen lassen sich weniger von den Preissteigerungen beeinflussen. Bei 32 Prozent der Männer (Frauen: 25 Prozent) und bei 33 Prozent der 55-65-Jährigen (18-24-Jährige: 20 Prozent) blieben die Bestellgewohnheiten gleich. 

Snacks und Desserts auf Überholspur

Die Herausforderungen der letzten Jahre führten zu einer Veränderung des Konsumverhaltens in Österreich. Krisen werden mit kleinen Genuss- und Glücksmomenten überwunden. Snacks und Süßes vermitteln dabei ein Gefühl von Luxus zum kleinen Preis. So gönnen sich 78 Prozent der Österreicher regelmäßig oder ab und zu Snacks zwischen den Hauptmahlzeiten. Besondere Naschkatzen sind dabei die 18- bis 24-Jährigen, nur 5 Prozent snacken nicht zwischendurch und reduzieren sich auf zwei oder drei größere Mahlzeiten pro Tag, bei den 55-65-Jährigen beträgt dieser Anteil vergleichsweise stolze 35 Prozent. Die beliebtesten Snacks sind mit 29 Prozent Süßigkeiten, auf Platz 2 folgen immerhin Früchte (22 Prozent) und auf Platz 3 salzige Snacks wie Chips (18 Prozent), so die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Kantar.

Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung

Mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller Bestellungen bei Lieferando in Österreich sind vegetarisch, ganze 16 Prozent sind sogar vegan. Das beliebteste unter den vegetarischen Gerichten ist die Pizza Margherita. Die Aufmerksamkeit für nachhaltige Ernährung leitet auch eine neue Ära der Relevanz lokaler Produkte ein. Bereits jetzt geben 41 Prozent der Österreicher an, dass sie es begrüßen würden, wenn der CO2-Fußabdruck der gesamten Bestellung angezeigt werden würde. Mehr als die Hälfte (53 Prozent) achten darüber hinaus auf eine emissionsfreie Lieferung. Einen besonderen Fokus auf Nachhaltigkeit legen die 18-24-Jährigen. Hier wünschen sich 56 Prozent eine Auskunft über den CO2-Abdruck der Lieferung und fast drei Viertel (72 Prozent) bevorzugen die klimafreundliche Zustellung per Fahrrad. Auch nachhaltige Verpackungen sind dem Großteil der Österreicher (93 Prozent) wichtig, 81 Prozent haben schon einmal Essen oder Getränke in wiederverwendbaren Behältern geliefert bekommen oder abgeholt, bei den 25- bis 34-Jährigen sind es sogar 91 Prozent.

Instagrammability: Hälfte der Österreicher fotografiert ihr Essen

In Zeiten von Social Media sind die Menschen vernetzter als je zuvor. Nach Jahren der Isolation und veränderter Arbeitsmuster suchen Verbraucher digital nach sinnlicher Inspiration. Kein Wunder also, dass fast die Hälfte der Österreicher (44 Prozent) schon einmal ihr Essen fotografiert hat. Speisen müssen nicht mehr nur den Gaumen, sondern auch andere Sinne ansprechen, denn das Instagram-Auge isst mit. Der größte Treiber des Hypes sind wenig überraschend die 18-24-Jährigen (69 Prozent) sowie Frauen (48 Prozent). Männer (38 Prozent) und die 55- bis 65-Jährigen (29 Prozent) behalten den visuellen Genuss lieber für sich.

Auch bei der Inspiration für neue Gerichte und Restaurants nehmen die sozialen Medien eine große Bedeutung ein: 29 Prozent der Österreicher haben bereits bei einem Restaurant bestellt, das sie auf Social Media entdeckt haben, bei den 18-24-Jährigen ist es fast die Hälfte (48 Prozent).

Warum liefern lassen?

Gründe, sich das Essen einfach ganz bequem nach Hause liefern zu lassen, gibt es viele. Wie Lieferando in einer Nutzer-Umfrage herausfand, ist der Wichtigste dabei die fehlende Lust aufs Kochen oder Aufräumen (29 Prozent), gefolgt vom Heißhunger auf etwas Bestimmtes (23 Prozent). 16 Prozent der österreichischen Lieferando-Kunden geben an, sich mit einem Liefer-Essen nach einem stressigen Tag einfach entspannen zu wollen.

Ein Lieferando-Date genießen 42 Prozent mit ihrem Partner, 21 Prozent mit ihren Kindern und 22 Prozent lassen sich das Essen für sich alleine liefern. Schaut man sich den Anlass für eine Essenslieferung an, so bestellen 26 Prozent der Konsumenten, wenn sie in Gesellschaft sind, 25 Prozent, wenn sie TV oder einen Film schauen und 16 Prozent, wenn sie von der Arbeit kommen. Am liebsten bestellen Lieferando-Fans abends: Unter den Nutzern haben die Frauen mit 53 Prozent leicht die Überhand. 45 Prozent aller Konsumenten sind im Alter zwischen 18 und 34 Jahren, 46 Prozent sind 35 bis 55 Jahre alt.

Fun Facts aus dem Lieferando Report 2022

  • Der treueste Lieferando-Fan stammt aus Wien und bestellte ganze 1.292 Mal. Das sind 108 Mal im Monat, 24 Mal die Woche und bis zu viermal am Tag. Bei 139 der Bestellungen handelte es sich um Gebäck.
  • Der größte Tiramisu-Liebhaber kommt ebenfalls aus Wien, er oder sie bestellte 97 Mal das beliebte italienische Dessert.
  • Der größte Bestellwert des Jahres betrug 1.075 €, die Bestellung wurde an einem Freitag in Wien aufgegeben.
  • Der Tag mit der größten Anzahl an Bestellungen war der Weltfrauentag am 8. März – der ist zwar in Österreich kein offizieller Feiertag, aber zumindest Grund genug, lieber zu bestellen, anstatt selbst am Herd zu stehen.