Regional statt global

Regionalität ist schon lange nicht mehr nur Marketingtoll, sondern zukunftsfähiger Standard. Die Konsumenten fordern vermehrt lokale Produkte ein. Einige Betriebe haben sich darauf bereits sehr gut eingestellt: Inhaber und Geschäftsführer der Betriebe Metro Österreich, Mangolds und Gurkerl.at erklärten, wie Regionalität bei ständig wachsender Globalisierung funktionieren kann, warum ihnen regionale Produkte wichtig sind, wie sie "Regionalität" definieren und von wo genau sie ihre Produkte beziehen.

© Reed Exhibitions Österreich/Sebastian Datzreiter

Die wichtigsten Sager aus der Talkrunde

Thomas Rudelt, Geschäftsführung Einkauf und Supply Chain, Metro Österreich

Regionalität und Lokalität sind für die Metro immer ein wichtiger Aspekt gewesen. Bei jedem unserer Standorte in Österreich haben wir mindestens zwei lokale Landwirte, die uns beispielsweise jeden Tag die Salate frisch liefern. Und wir haben bei jedem Standort mindestens einen lokalen Imker, der uns Honig liefert. Die Metro hat schon immer mit lokalen und regionalen Produzenten zusammenzuarbeiten, nicht erst seit es en Vogue wurde. Aber wir brauchen eine gesunde Mischung. Wir haben natürlich auch viele internationale Artikel, das sind wir unseren Kunden auch schuldig, weil es genauso auch internationale Trends gibt.  

In den Anfängen waren regionale Produkte teurer. Aber ich bin davon überzeugt, wenn wir Kleinunternehmen weiterbilden und bei der Zertifizierung unterstützen und lokale und regionale Prozesse standardisieren, schaffen wir es, ein Preis-Leistungs-Verhältnis zu erreichen, das dann auch mit den Kundenbedürfnissen einhergeht. In Österreich haben wir schon jetzt eine großartige Plattform und Knowhow für die Bereiche Agrikultur, Tierwohl und Verwertung.

© Reed Exhibitions Österreich/Sebastian Datzreiter

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Julia Pengg, Inhaberin Mangolds – outstanding eco lifestyle

Seit vielen, vielen Jahren arbeiten wir mit regionalen Produzenten zusammen. Das ist für beide Seiten ein riesen Vorteil. Unser Erdäpfellieferant weiß seit 20 Jahren ganz genau, wie viel Kilo Erdäpfel wir absetzen, das ist ein sehr vertrautes und verlässliches Lieferantenverhältnis mit einem stabilen Preisgefüge. Regionalität erstreckt sich für uns aber auch über 200 Kilometer. Unser Getreide kommt beispielsweise aus Niederösterreich, weil dort die Böden für den Anbau am besten geeignet sind. Dafür lassen wir das Getreide mit dem Zug liefern.

Seit ein paar Jahren ist der Trend hin zur Regionalität deutlich spürbar. Die Kunden fragen viel häufiger danach, woher die Produkte kommen, von welchem Bauern und was für ein Betrieb das ist. Nicht nur bei Fleisch und Fisch, sondern immer mehr auch bei Gemüse. 

Maurice Beurskens, Geschäftsführer, Gurkerl.at

Ab Dezember wollen wir mit gurkerl.at über 8.000 Produkte online anbieten, die wir in ganz Wien innerhalb von drei Stunden bis vor die Haustüre liefern. Dabei setzen wir vor allem auf qualitative Produkte aus der Region und versuchen, so nachhaltig wie möglich zu handeln. 40 Prozent unserer Produkte sind Frischware, dafür mussten wir unterschiedliche Kühlbereiche aufbauen. Unsere Produkte kommen von 300 Lieferanten und Produzenten aus Österreich. Und auch bei der Verpackung wollen wir nachhaltig sein. Um das Verpackungsmaterial so gering wie möglich zu halten arbeiten wir sehr eng mit unseren Landwirten und Produzenten zusammen und nehmen Verpackungsmaterial von unseren Kunden wieder zurück, z.B. Pfandflaschen aber auch Plastik.  

© Reed Exhibitions Österreich/Sebastian Datzreiter